Vor 30 Jahren wurde das Übereinkommen über die Rechte des Kindes (UN-Kinderrechtskonvention) verabschiedet. Aber trotz vieler Fortschritte werden für Millionen Kinder weltweit die nötigen Voraussetzungen für ein gutes Aufwachen immer noch nicht gewährleistet. So beispielsweise sterben jährlich ca. zwei Millionen Kinder an umweltbedingten Ursachen. Obwohl die ökologischen Kinderrechte nicht explizit in der UN-Kinderrechtskonvention erwähnt werden, fordert Artikel 24 der Konvention die Berücksichtigung ökologischer Gefahren und Risiken der Umweltverschmutzung bei der Verwirklichung der Kinderrechte auf Gesundheit und einen Zugang zu sauberem Wasser. Erst wenn Kindern und kommenden Generationen eine gesundheitsfördernde Umwelt garantiert und der Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen gesichert wird, können ökologische Kinderrechte verwirklicht werden. Zwischen Kinderrechtschutz und Umwelt- und Naturschutz gibt es ein wechselseitiges Abhängigkeitsverhältnis.

Ein wichtiges Instrument für die Umsetzung der (ökologischen) Kinderrechte bilden die 17 Globalen Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs), die zahlreiche kinderrechtliche Kernanliegen beinhalten – z.B. inklusive und qualitative Bildung (SDG 4), Schutz vor Gewalt und Ausbeutung, Sklaverei und Menschenhandel (SDGs 8 und 16), Kinderarmut (SDG 1), Kinderernährung (SDG 2), Kindergesundheit (SDG3) und die Stärkung von Mädchen (SDG 5). Das Augenmerk der BGC 2020 richtet sich allerdings ins-besondere auf die Nachhaltigkeitsziele, die auf den Umwelt- und Naturschutz adressieren und deren Verwirklichung unmittelbar mit der Umsetzung der ökologischen Kinderrechte verknüpft sind – z.B. nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster (SDG 12), Maßnahme zum Klimaschutz (SDG 13), nachhaltige Nutzung der Ozeane, Meere und Meeresressourcen (SDG 14) sowie Schutz der Landökosysteme (SDG 15).

Durch die Umsetzung der Globalen Nachhaltigkeitsziele können Kinderrechte Wirklichkeit werden. Obgleich die Verantwortung für die Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele bei der Politik liegt, können die Ziele ohne die Mitwirkung der breiten Öffentlichkeit nicht erreicht werden. Der ressourcenintensive Konsum- und Lebensstil im Globalen Norden ist eine zentrale Ursache für Umweltschäden und den Klimawandel. Eine Wende in der Gesellschaft hin zu einem umweltfreundlichen Konsumverhalten ist daher geboten. Die BGC 2020 zielt genau darauf ab, das Bewusstsein für die Folgen der globalen Umwelt- und Naturzerstörung bei den Schüler*innen zu erhöhen und sie für ein umweltbewusstes Handeln zu sensibilisieren.